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Herzlich Willkommen,

bei der ersten Plattform für steirischen Biowein - ein Zusammenschluss von Bio-Weinbauern aus der Steiermark in Österreich und aus Stajerska in Slowenien, die Wein aus biologischem Anbau erzeugen.

Auf diesen Seiten erfahren Sie, was es über den steirischen Bio-Wein zu wissen gibt, wer die Beteiligten sind und wo Sie sie finden. Unser Anliegen ist es, Ihnen den Biowein, Natur, Kultur und Geschichte aus und um den Anbaugebieten zugänglich zu machen.

Ihre Gitta Rupp für BIO-Steirer-WEIN

 

Wir bieten Ihnen gerne Präsentationen und Verkostungen des Biowein aus der Steiermark / Österreich und professionell geführte Exkursionen zu verschiedenen Betrieben. Nehmen Sie einfach Kontakt (bitte anklicken) auf!

 

Match im Steirerland: Steirisches Landesweinbaugesetz gegen Weinbauern und Tafeltraubenproduzenten

Für den steirischen Wein gibt es die weiblichen Weinhoheiten, Prinzessinnen und auch eine Königin. Die übernehmen emsig Präsentationsaufgaben und machen Ihre Sache auch gut. Dabei gibt es auch noch Prinzen und einen König, aber die werden offiziell nicht so genannt und sitzen in der Weinbauabteilung unserer Landwirtschaftskammer und im Landesweinbauverband. Die Ärmsten sind noch stärker mit Präsentationsaufgaben belastet, als der weibliche Hofschmuck und so sieht man sie bei unzähligen Weinverkostungen mit Weinglasl in der Hand und mit keck ins Gesicht gezogenem Steirerhut aus den diversen Zeitungen lachen.

Dass dabei für nebensächlichere Arbeiten wie die Interessenvertretung aller – auch der weniger prominenten weinbäuerlichen Untertanen – zu kurz kommt, ist allzu verständlich. Nicht wahr?! Auch, dass der Steirerhut, der fesche, so tief ins Antlitz gezogen, einen Blick über den Hutrand hinaus behindert, leuchtet den Untertanen ein. Nicht wahr?! Sollte doch die Krempe zwecks möglicher Erweiterung des Blickfeldes  zurückgeschoben werden, so wird der hofamtliche Kämmerer aktiv:“ Runter mir der Krempe!“

So schön und einfach könnte das Leben sein. Wenn da nicht plötzlich einige Bäuerlein und Bäuerlinnen keck und lästig würden. Sie wollen Änderungen , Interessenvertretung, Basisorientierung, Transparenz, sie wollen gar eine Schmälerung der herrschaftlichen Macht.

Einige gehen soweit und wollen Tafeltrauben produzieren (und das noch dazu  Bio) und zwar dort, wo sie es für gut befinden und die Sorten pflanzen, die Ihnen als die richtigen erscheinen und nicht die, die Ihnen von Hof und Hofstaat vorgeschrieben werden.

Nach mehr oder minder längerer Beratung zwischen einigen Verkostungsglaserln, beschließt die Regentschaft zur Beruhigung der Aufmüpfigen, ein wenig am Landesweinbaugesetz herumzuwurschteln und verkündet das als weise Entscheidung der weinbaulichen Regenten und deren Hofstaat. Der Hofnarr aber, hat sich den Scherz erlaubt und hat ihnen bei den entstressenden Gute-Nacht-Geschichten  das Ende des Märchens vom Kaiser mit seinen neuen Kleidern vorenthalten.

Artikel aus der Keinen Zeitung Seite 1, Seite 2, PDF

Hintergründe: Begutachtung zum "Änderungsentwurf des steirischen Landesweinbaugesetzes 2004"

Gitta Rupp
Südsteiermark

 

Bio-Wein - aber ganz geheim ?!

Es gibt einerseits die zertifizierten, kontrollierten und anerkannten Bio-Weinbaubetriebe und andereseits Möchtergern-Bio-Betriebe, die ihre Weinproduktion zwar mit Worten (bis zur Unkenntlichkeit) dekorieren, sich aber nicht den EU-Verordnungen unterwerfen und sich letztendlich nicht in die Karten schauen lassen.

Bio-Weinbau scheint ja richtig Sex-Appeal zu haben; denn unglaublich viele Winzer behaupten, biologischen Weinbau zu betreiben und - wenn schon, denn schon -  wird es gleich noch biologisch-dynamisch! - Nur, auf dem Etikett wird es nicht ausgelobt…

„Wir machen eh bio, nur schreiben wir es nicht drauf“ - Ja, warum nicht? Ist man sich zu nobel, geniert man sich, weil man biologisch (ökologisch) arbeitet, ist die Kontrolle zu teuer oder will man sich Hintertürchen offen lassen? Weil man am eigenen Bio-Betrieb zu wenig Trauben hat und dazu gekauft wird von konventionellen Betrieben.

Die Konsumentin, aber auch der leicht irritierte Weinschreiber, lässt sich sodann gerne den gesamten Flascheninhalt als Bio verkaufen. Ja, das gilt sogar noch als besonderes Understatement, wenn Bio zwar auf der Homepage und verbal kommuniziert wird, aber auf der Flasche keine Kontrollnummer steht.

Für beide, die biologisch-organische Richtung und den bio-dynamischen Weg, gibt es nur eine einfache Sicherheit für die KonsumentInnen: Auf dem Etikett wird mit einer gut erkennbaren Bio-Kontrollnummer die Bio-Produktion ausgelobt und mit dem - leider ziemlich unscheinbaren – EU-Logo (Blatt mit Staatensternen). Das  Bio- oder Ökozertifikat einer anerkannten Kontrollfirma dient dem Verbraucher als Grundgarantie.

Produzenten, die sich diesen Richtlinien nicht unterstellen, können viel heiße  (und oft auch recht werbewirksame) Luft produzieren, aber sie geben null Sicherheit, dass der Wein aus biologischer Landwirtschaft stammen. Außerdem verwässert es die Jahrzehnte lange Bemühung der B(P)ioniere, dass dort wo „bio“ draufsteht auch „bio“ drin ist.

Zertifizierte Betriebe haben eines gemeinsam: Sie bewirtschaften ihre Weingärten nach biologischen Richtlinien. Die einen bio-dynamisch nach Demeterrichtlinien, die andern biologisch-organisch (viele mit einigen Anleihen von Steiner).

Die Gründe, warum  die jeweilige Richtung ausgewählt wurde, sind unterschiedlich und gegenseitig zu respektieren.

Bei der Vinifizierung (dem „Weinmachen“) sind die Demeterichtlinien sicher die kompromisslosesten, während bei den biologisch-organischen Winzern, verschiedene Eingriffsmöglichkeiten bei der Weinbereitung zugelassen sind, die allerdings Bio-Standards entsprechen müssen. Hier geht die Bandbreite vom fast gestylten Wein bis zum Null-Eingriff und der Vermeidung jeglicher Schönung.

Gitta Rupp
Südsteiermark